Fertigpackungskontrollen 2008 in Deutschland und Österreich

Fertigpackungen gleicher Nennfüllmenge wie z.B. Getränkepackungen, feste Lebensmittel, Kosmetika, Reinigungsmittel u.v.a. werden in Deutschland und in Österreich überwacht. Dies geschieht durch Inspekteure der Eichbehörden, die in regelmäßigen Abständen die Einhaltung der eichrechtlichen Anforderungen betreffend den richtigen Inhalt der Füllmenge kontrollieren.
 
Fertigpackungen sind Erzeugnisse in Behältnissen beliebiger Art, die in Abwesenheit des Käufers abgepackt und verschlossen werden und bei denen die Menge des in der Packung enthaltenen Erzeugnisses ohne Öffnen oder merkliche Veränderung der Verpackung nicht verändert werden kann. Diese Anforderungen sind gesetzlich festgelegt (im Maß- und Eichgesetz sowie in der Fertigpackungsverordnung). Fertigpackungen im Bereich von 5 g / 5 ml bis 10 kg / 10 Liter werden von der Fertigpackungsverordnung erfasst. Diese regelt den Befüllungsgrad von Fertigpackungen.
 
Für Fertigpackungen gleicher Nennfüllmenge, die nicht von der Fertigpackungsverordnung erfasst werden, gelten gesonderte Bestimmungen nach dem Maß- und Eichgesetz. In beiden Fällen werden von den Mitarbeitern in regelmäßigen Abständen bei den Herstellern und Importeuren Stichproben gezogen und somit die Einhaltung der Vorschriften überwacht.
 
Gegenwärtig sind in Österreich neun Mitarbeiter mit der Kontrolle von beschäftigt, die 2008 insgesamt 2.610 Lose zu je 20 – 80 Stück Fertigpackungen messtechnisch untersuchten (2007 2.725 Lose). Die messtechnische Beanstandungsquote betrug 9,2 Prozent und war somit etwas höher als im Jahr 2007 (7,3 Prozent). Weiter wurden 391 Prüfungen im Hinblick auf korrekte Packungskennzeichnung und ordnungsgemäße betriebsinterne Kontrollverfahren durchgeführt sowie 384 Betriebe revidiert (Erfassung neuer Betriebe, Datenaktualisierung, etc.).
 
Zusätzlich fanden in Österreich Schwerpunktkontrollen bei den Produktgruppen Heimtierbedarf, Obst- und Gemüseprodukte und Brennstoffe statt; letzterer bestätigte sich mit 21,5 Prozent unterfüllten Prüflosen wieder als Problembereich. Obst- und Gemüseprodukte mit 11 Prozent bzw. Heimtierbedarf mit 7,1 Prozent unterfüllten Prüflosen wiesen zufriedenstellendere Ergebnisse auf.
 
In Deutschland wurden insgesamt im Jahr 2008 17.507 (im Vorjahr 19.912) Stichprobenprüfungen von Fertigpackungen, offenen Packungen und unverpackten Backwaren gleicher Nennfüllmenge durchgeführt (Stichprobenumfang von 8 bis 125 Packungen). Der Anteil der Beanstandungen stieg hier im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,1 auf 6 Prozent.
 
Die deutschen Eichbehörden haben weiterhin 69.460 Fertigpackungen mit unterschiedlichen Füllmengen geprüft. Hier ist die Zahl der Beanstandungen mit 9,2 Prozent (2007: 7,4 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr abermals deutlich angestiegen. Des Weiteren wurden bei Schwerpunktprüfungen auf Verkehrsfähigkeit im Jahr 2008 in den Bundesländern 25.454 Fertigpackungen (2007: 17.201) geprüft. Dies geschah vor allem bei Backwaren, Obst und Gemüse. Die Beanstandungsquote sank leicht von 2,5 Prozent im Jahr 2007 auf 2,1 Prozent im Jahr 2008. Nicht bekannt ist die genaue Anzahl der eingesetzten Mitarbeiter in Deutschland. Allerdings hatten die Verbraucherschützer mehrfach mangelnde Kontrollen auf Grund fehlenden Personals kritisiert.
 
„Auch weiterhin müssen in diesem Bereich des aktiven Verbraucherschutzes konsequent Kontrollen durchgeführt werden. Eine Intensivierung der Kontrollen sowie eine Anhebung der verhängten Bußgelder wären Schritte in die richtige Richtung. Ein weiterer Personalabbau, wie in manchen deutschen Bundesländern zu beobachten, ist nicht hinnehmbar“, so Ronald Kraus, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft Mess- und Eichwesen (BTE).

Quelle: www.agme.de / www.bev.gv.at