BTB-Resolution zur Nachwuchsgewinnung

Über Mangel an qualifizierten Ingenieuren in der deutschen Wirtschaft berichten die Medien des Öfteren, die Politik zeigt sich interessiert, selbst Bundespräsident Köhler hat dieses Thema in seiner jüngsten „Berliner Rede“ aufgegriffen. Die Folgen des Mangels an Ingenieuren, Naturwissenschaftlern und Technikern in den öffentlichen Verwaltungen werden dagegen öffentlich kaum wahrgenommen, stehen noch nicht auf der Agenda der Politik.

Der Gewerkschaftstag des BTB, der Gewerkschaft Technik und Naturwissenschaft im Öffentlichen Dienst, fordert Politik und Medien mit Nachdruck auf, diese Problematik mit höchster Priorität aufzugreifen und nachhaltig für eine Verbesserung der Situation einzutreten.

Ingenieurmangel in den technischen Fachverwaltungen betrifft nicht nur einzelne Wirtschaftszweige oder Unternehmen sondern gefährdet den gesamten Wirtschaftsstandort Deutschland.

Trotz des hohen Lohnniveaus ist der Wirtschaftstandort Deutschland sowohl für nationale und internationale Unternehmen nach wie vor attraktiv. Dies liegt in erster Linie an der rechtsstaatlichen Verwaltung, der hohen Qualifikation der Belegschaften und der Infrastruktur des Landes.

Die technischen und naturwissenschaftlichen Fachverwaltungen haben den Grundstein für diese Infrastruktur gelegt und müssen heute weiterhin Garant für Erhalt und Weiterentwicklung dieser Infrastruktur sein.

Raumordnung, Geodateninfrastruktur, Entwicklung der Städte und Gemeinden sowie des ländlichen Raumes, Planfeststellung, Überwachung der Einhaltung von Standards und Normen - insbesondere der Sicherheit und Umweltverträglichkeit - werden von diesen ebenso wahrgenommen wie die Schutzfunktion für Umwelt und Bürger in den Bereichen Umwelt- Verbraucher- und Arbeitsschutz. Für diese Aufgaben werden qualifizierte Ingenieure und Techniker dringend benötigt.

Mangelnde Attraktivität der Arbeitsplätze in den Verwaltungen, öffentlich wahrgenommene Technikfeindlichkeit in großen Teilen der Gesellschaft, jahrelange Nichteinstellungspraxis in den technischen Verwaltungen und eine durch den Ingenieurmangel bedingte Wettbewerbsverzerrung in den Gehaltsstrukturen zugunsten der Wirtschaft bewirken einen verstärkten Nachwuchskräftemangel und damit eine Verschärfung der ohnehin schon angespannten Situation in den technisch-naturwissenschaftlichen Fachverwaltungen.

Der BTB erwartet von der Politik daher vordringlich folgende Maßnahmen:

  • Klares Bekenntnis zur Bedeutung aller Ingenieure, Naturwissenschaftler und Techniker im öffentlichen Dienst verbunden mit der Zusage, dass hier nachhaltig attraktive Arbeitsplätze angeboten werden.
  • Werbung für diese Tätigkeiten und Durchführung von Imagekampagnen in den Medien und speziell auch an den Hochschulen.
  • Herstellung von zur Privatwirtschaft konkurrenzfähigen Einstellungs- und Einkommensbedingungen. Dies gilt im Beamten- wie im Tarifrecht.
  • Erhöhung der Eingangsämter und adäquate Aufstiegsmöglichkeiten, insbesondere auch für Frauen.

Eine der Bedeutung angemessene Möglichkeit der Bezahlung durch Abschaffung der Stellenplanobergrenzen und eine wiederum der Wirtschaft vergleichbare Bezahlung auf der Basis einer analytischen Dienstpostenbewertung.

Der BTE unterstützt nachdrücklich diese Resolution.